Matthias Anton wird neuer Clarino Experte

Matthias Anton – Saxofonprof. und CLARINO-Experte

Schon Heinz Erhardt wusste seinerzeit: »Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.« Wenn Matthias ­Anton über seinen Berufsweg spricht, ist diese »Weisheit« durchaus anwendbar. Zielstrebig war und ist er sowieso, doch der ein oder andere Zwischenstopp war so nicht ­geplant. Heute ist der Musiker unter anderem Saxofonprofessor in Trossingen – und ab der April-Ausgabe von CLARINO der Kolumnist für die Holzbläserfraktion.

Nein, wie ein Professor sieht er nicht aus. Zumindest nicht so, wie man sich klischeehaft ­einen Professor vorstellt. Die langen, rötlichen Haare hat er zum Pferdeschwanz zurück­gebunden. Das Gesicht zieren Vier-Tage-Bart sowie eine ­schmale Hornbrille. Im linken Ohr stecken zwei silberne ­Ringe. Ein Professor? Den Musiker hingegen nimmt man ihm sofort ab. Was vermutlich auch daran liegt, dass er eben hauptsächlich einer ist. »Dass ich auch in den Lehrberuf ­gehen würde, war für mich ja eigentlich nie klar – bis ich in Mannheim im Rahmen meines Studiums den Pädagogikteil ablegte. Ablegen musste. Nach der Prüfung meinte der Prof zu mir: ›Das war eine ganz hervorragende Prüfung. Bei Ihnen hätte ich auch gerne Unterricht.‹«

Den gesamten Artikel gibt es unter: www.clarino.de

Mitmachen!

Ab der April-Ausgabe (28. März) wird der Saxofonprof. Matthias Anton unser und Ihr Experte in allen möglichen (und unmöglichen) Saxofonfragen. Die Themen können Atmung, Ansatz, Technik, aber auch die Musik jedweder Art sein. Schreiben Sie Matthias Anton einfach Ihre Fragen – und er wird sie in CLARINO gewissenhaft beantworten. Natürlich wird – wenn von Ihnen gewünscht – die Anonymität gewahrt.

E-Mail: anton[at]clarino.de

 

Jazzpodium schreibt : Ausgabe 12/12

Album Matthias Anton »Suite No.1« Das Fachmagazin Jazzpodium schreibt:
[...] Die Musik erinnert an die „elektrischen” Bands des späten Miles Davis, insbesondere bezüglich der Ausgewogenheit zwischen Teamarbeit und solistischen Passagen. Solistische Virtuosität gerät jedoch nicht zum Selbstzweck, sondern ordnet sich immer dem Gruppenklang unter.

Einige Passagen haben durchaus Ohrwurm-Qualitäten. Wird in Zeiten steigender Strompreise demnächst die Musik als Energielieferant entdecket – dieses Quintett könnte mühelos Dutzende Haushalte versorgen[...]

HPOckert Bigband zum Jahresausklang mit Debüt-CD

Zahlreiche wunderbare Veröffentlichungen hat es bei HGBS 2012 gegeben. Rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest jetzt noch eine festlich-fetzige Aufnahme, bei der die Musik des Stuttgarter Komponisten und Trompeters HP Ockert im Mittelpunkt steht. Seine Bigband lässt aufhorchen: die Mischung zwischen Tradition, Modern Lounge und Concept Music mit Rock- und Pop-Elementen, sowie packendem Swing ist nicht alltäglich. Das Debutalbum der Band trägt den schlichten Namen „HPOne“. (HGBS20026).

„Ein Album, das Maßstäbe setzt und den Zuhörer in die Magie der Klänge neuer Big-Band-Literatur entführt“, lobt der Bigband-Profi Prof. Bernd Konrad, der bei einem Titel an der Bassklarinette mitspielt. Die erste Garde süddeutscher Jazzmusiker ist in Ockerts illustrer Band versammelt: von den Saxofonisten Matthias Anton und Carsten Netz, über die Trompeter Christian Ehringer und Christian Mück, die Posaunisten Uli Röser und Eberhard Budziat, bis zum Bassisten Dirk Blümlein und Drummer Antoine Fillon haben die insgesamt 24 Akteure Ende 2011 insgesamt zehn Stücke im alten Villinger MPS-Studio eingespielt und ein wunderbar-abwechslungsreiches Klangspektakel entstehen lassen.

Dieser moderne, unverbrauchte Sound trägt unverkennbar die Handschrift von Hans-Peter Ockert. Der wurde 1972 in Meersburg (Bodensee) geboren und startete seine Kariere als Trompeter bei der Knabenmusik Meersburg. Später studierte er Jazztrompete an der Indiana University in Bloomington (USA) und absolvierte den künstlerischen Abschluss an der Stuttgarter Musikhochschule. Die Liebe zur Bigbandmusik entfaltete sich bei Ockert als Teenager im Bundesjugendjazzorchester. Mit Experimentierfreude und stetigen Arbeitsdrang erfindet HP Ockert zahlreiche Bands für die er komponiert und arrangiert; wie das Loungekombinat (1. Preis Kunststiftung BW), Toxic Truth (mit Uwe Ochsenknecht auf Tour) und das Roro Orchestra (gerade von einer Taiwan-Tournee zurück).

Die HP Ockert Bigband gründete der Trompeter im November 2009 mit Musikern die Jazz- und Rockfans in Baden-Württemberg ein Begriff sein sollten und kreiert einen ganz neuen, erfrischenden Bigband-Sound, der nicht nur Jazzfans begeistern dürfte.

SÜDWESTPRESSE, Kultur in der Region, 14. November 2012 – von Alfred Thiele

Packend, dynamisch, poetisch: Der Trossinger Jazz-Saxophonvirtuose, Komponist und Hochschullehrer Matthias Anton stellte jetzt bei „Foxtones“ zusammen mit seiner „Matthias Anton Group“ die erste offizielle CD der Formation vor: „Suite No. 1“, so der knappe Titel.

Von Alfred Thiele

Seine Musik lässt aufhorchen und macht Lust auf mehr: sie ist inspiriert und inspirierend, manchmal provozierend, oftmals von geradezu explosiver Dynamik bis zum Vulkanausbruch; dann aber wieder so wunderbar melodiös, singend und voller Poesie. Der Saxophonist und Komponist Matthias Anton ist in der Region und darüber hinaus längst kein Geheimtipp mehr. Als Solist sowie zusammen mit seiner Formation, der „Matthias Anton Group“, hat er sich durch seine außergewöhnlichen und packenden Auftritte die Herzen der Jazzfreunde in den vergangenen Jahren im Sturm erobert. Bei „Foxtones Music“ ist nun mit „Suite No. 1“ die erste „offizielle“ CD der Gruppe erschienen. Für Matthias Anton selbst ist es allerdings nicht wirklich die erste: Im Laufe seiner bisherigen Karriere hat der Künstler, der an der Trossinger Hochschule als Honorarprofessor lehrt, neben einigen anderen Einspielungen zusammen mit dem Pianisten Michael Wollny bereits 2004 eine viel beachtete, wunderbare und poetische CD veröffentlicht – „Calling a friend“. Gewidmet ist sie seinem Großvater, dem Trossinger Schriftsteller und Lyriker Herbert Walz (1915-2002), der selbst ein versierter Pianist und Komponist war. Mit dem Opa, in dessen Haus Matthias Anton heute lebt, verband ihn eine innige, herzliche und sehr freundschaftliche Beziehung. Ein Portrait des Schriftstellers, gemalt von keinem Geringeren als Karl Demetz, hängt im Arbeitszimmer, in dem schon der Großpapa seine Romane und Gedichte verfasste, über dem schönen alten Jugendstilpiano, auf dem Herbert Walz so gerne musiziert hat. Er war es schließlich auch, der – neben dem Vater – seinen Enkel in ganz jungen Jahren für die Musik begeisterte und damit ein Feuer entfachte, das nicht mehr erlöschen sollte und in eine beachtenswerte künstlerische Karriere führte.

Seine neue CD ist für Matthias Anton mehr als ein Debüt – sie ist eine klingende Visitenkarte. „Ich sehe sie als musikalisches Gesamtwerk. Wenn ich ein Album mache, dann möchte ich, dass das ein Stück Musik ist, das zusammengehört, so sind die Titel ja auch ausgewählt und so sind sie komponiert“, sagt der sympathische junge Saxophonist und Kopf der „Matthias Anton Band“, einer Formation, die sich in den zurückliegenden Jahren einen Namen als außergewöhnliche und faszinierende Besetzung gemacht hat mit Rares Popsa an der Gitarre, Philipp Moehrke am Keyboard, Patrick „Paco“ Müller am 6-stringfret- & fretlessbass sowie Matthias Füchsle am Schlagzeug.

Im Mittelpunkt der Aufnahmen steht, dem Titel der CD entsprechend, Antons „Suite No. 1“. Ihre drei Sätze gehören untrennbar zusammen, hier demonstrieren Komponist und Ensemble ihre Vielseitigkeit auf faszinierende und packende Weise – vom Free-Funk-Solo des Altsaxophons bis zu den meditativ-poetischen Klängen des zweiten Teils und dem Schlusssatz, in dem sich „die Energie wie in einer Kernschmelze verdichtet“, wie die Musiker das selbst beschreiben. „Es ist mir wichtig, dass etwas passiert auf der Bühne, dass die Kraft zu spüren ist, die Musik haben kann“, unterstreicht Matthias Anton. Diese Kraft will er auch mit seiner CD erfahrbar machen, und das ist ihm und seinen Musikern überzeugend und fesselnd gelungen. Schon der ungewöhnliche Auftakt mit der Komposition „Jerusalem“ lässt aufhorchen, entführt Matthias Anton seine Hörer mit diesem Stück doch in die fremde und irgendwo doch wieder nahe und berührende Klangwelt des Nahen Ostens.

Matthias Anton ist ein echter Sohn der Musikstadt Trossingen. Und wie es sich für einen Trossinger gehört, lernte er im zarten Alter von sieben Jahren Mundharmonika zu spielen, das Piano ergänzte und bereicherte seine musikalischen Ambitionen, Unterricht bekam er an der damaligen Jugendmusikschule. Zwölf Jahre war er alt, als er die große Leidenschaft seines musikalischen Lebens entdeckte – das Saxophon. Diese für ihn so wunderbare Begegnung wiederum verdankte er seinem Großvater Lothar Anton und seinem Vater, die beide ebenfalls ambitionierte Saxophonspieler waren. Unterricht erhielt er bei Elmar Schäfer und Tom Timmler, Martin Kneer engagierte den hoch talentierten jungen Mann schließlich für die Bigband und Combo des Gymnasiums Trosingen, zeitgleich absolvierte er an der Trossinger Hochschule ein Vorstudium im Fach Jazz und Popularmusik mit dem Hauptfach Klavier. Nach dem Abitur studierte Anton bis 2002 Saxophon an der Musikhochschule Mannheim bei Jürgen Seefelder, ein KA-Studium an der Stuttgarter Hochschule bei Bernd Konrad schloss sich an. Anton wirkte unter anderem als Lead-Altist im Landes-Jugend-Jazz-Orchester Baden-Württemberg sowie im Bundes-Jazz-Orchester – BuJazzO – das er kurze Zeit in Vertretung von Peter Herbolzheimer bei zwei Konzerten, die vom WDR mitgeschnitten wurden, leitete. Der Trossinger Künstler spielte und arbeitete zusammen mit bekannten Kollegen wie Jiggs Whigham, Brend Konrad, Ack van Rooyen. Seit 2005 ist er Dozent für Saxophon an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen, seit Juli 2010 hat er eine Honorarprofessur.

Neben der dreisätzigen „Suite No. 1“ und „Jerusalem“ sind auf der neuen CD das Piano-Zwischenspiel „Interlude“, die melancholische, von einem heimatlichen Herbstabend inspirierte Komposition „Abendnebel“ sowie „In eternal graditude“ zu erleben. Matthias Anton zu dieser Komposition: „Inspiriert durch einige Ereignisse innerhalb meiner Familie möchte ich damit allen meine Dankbarkeit musikalisch ausdrücken. Eine eingängige Melodie steigert sich innerhalb des Stücks durch mehrere Teile zu einem pompösen Schluss, der das Album wunderbar abschließt“.

INFO: „Suite No. 1“, die neue CD der „Matthias Anton Group“ ist ab sofort im Schallplattenhandel erhältlich, In Trossingen gibt es sie bei der Buchhandlung Müller am Rudolf-Maschke-Platz.

Erschienen in: SÜDWESTPRESSE, Kultur in der Region, 14. November 2012