Elemente

Matthias Anton   Sopran-, Alt- und Midi-Saxophon
Patrick „Paco“ Müller    E-Bass

Die beiden Musiker haben mit ihrer aktuellen CD „Elemente“ ein Werk geschaffen, das sowohl als kreativ und innovativ aber auch als außerordentlich zu bezeichnen ist.
Zu hören sind die  Elemente: Luft, Erde, Feuer und Wasser.
Jedes der Elemente wird auf unterschiedlichste Art und Weise einzeln verarbeitet, wobei auf zusätzliche Instrumente und Synthesizer absichtlich verzichtet wurde.
Ihre neuartigen Klangstrukturen erschaffen sie allein durch ihre außergewöhnliche und moderne Spielweise.
Dadurch gelingt es ihnen den Zuhörer in eine ganz eigene Welt zu transportieren, die sowohl aus wunderschönen Melodien aber auch aus sehr abstrakten Klängen besteht.
Die CD ist alles in allem ein für sich einnehmendes Gesamtkunstwerk – und das nicht zuletzt durch Wulf Montigels experimentelles Cover, das die Musik mit
Andreas Antons inspirierten Texten vereint.
Ein absolutes „Must Have“ für jeden Liebhaber von zeitgenössischer Jazzmusik.

www.elemente-music.com
Elemente bei jazzandrecords

Luft

Ein zarter Windhauch, von irgendwoher, keiner weiß es. Er könnte vom Flügelschlag eines Vogels oder von einer warmen Stimme stammen, von irgendeinem fernen Zauber, dessen Beschaffenheit für immer im Geheimnisvollen bleibt. Sein Träger ist die Luft, die alles Umgebene, die Starke. Sie wacht über die harmonische Verteilung der ungeheuerlichsten Kräfte. Sie ist es, die uns leben, atmen lässt. Wir sollten sie nicht zu sehr erzürnen, denn sie allein entscheidet, ob wir weiter atmen und ob aus dem Windhauch ein tobender Orkan wird oder nicht.

Erde

Aus dir kommen wir. Zu dir werden wir. Auch wenn wir eine Zeit lang gelöst von dir sind, wie ein Blatt im Herbst, das seinen Baum verlässt, spüren wir deine Anziehungskraft. So sehr der Himmel und die Sterne, das Ferne, das Fremde auch locken, wir wollen zurück zu dir, zur Erde, zum Vertrauten, in die Tiefe, zur Wärme, zur Mutter, zum dunklen Urgrund alles Seienden. Doch nicht für immer, sondern nur, damit wir Kraft sammeln können, um einen neuen Geist, ein neues Leben, einen neuen Baum, einen neuen Zyklus beginnen können. So können wir auf neue Reisen aufbrechen, immer weiter. Und schließlich kehren wir wieder zu dir zurück und erzählen dir von allem, was wir sahen.

Feuer

Wie aus dem Nichts erwacht ein Funke. Ein Feuer entsteht. Es brennt, es zehrt. In Großmut schenkt es Wärme, Licht und Leben. Doch wie ein Gott aus alten Zeiten, verlangt es Nahrung, verlangt es Opfer. Fehlt ihm dies, zeigt es sich gnadenlos. Es verlässt die Welt, ohne Missmut, ohne Bedauern. Es brennt auch in uns Menschen, viele nennen es Sehnsucht. Manche geben ihm viel Nahrung, sie lassen es hoch und heiß brennen. Doch dann droht die Gefahr, dass schon bald ihr Brennholz, ihr Leben, aufgebraucht sein wird. Ihr Feuer erlischt für immer.

Wasser

Ein Tropfen Wasser. Er ist auf seinem Weg, wie das Leben, fließend, spielend, fallend, treibend. Bald verharrt er in sanfter Stille, in einem strahlenden Silbersee, bald saust er wie von Sinnen einen sprudelnden Bach hinunter. Manchmal sucht er die Einsamkeit, an einem frischen Zweig oder auf einer betörenden Blüte; und manchmal findet man ihn unter Unzähligen seines gleichen, im Regen, im Wasserfall. Mal bewegt er sich in anmutiger Gleichmäßigkeit und mal in wildem Tanz. Es ist dabei egal, für welchen Weg er sich entscheidet, am Ende wartet auf ihn, wie auf alle anderen Wassertropfen auch, ein Vorgeschmack des Unendlichen, des Ewigen: der Ozean.

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